Geschichte
Von Kolumbus‘ „reicher Küste” bis zur Unabhängigkeit des kolonisierten Costa Rica

Die ersten Europäer
Schon vor 10.000 Jahren besiedelten Menschen den Urwald Costa Ricas, das lange nur Durchzugsgebiet für amerikanische Ureinwohner war. Vor ca. 500 Jahren kamen die ersten Europäer nach Costa Rica. Nach Kolumbus‘ Ankunft in Amerka begann auch in Costa Rica die Kolonisierung durch die Spanier. Weil die indigene Kultur in dieser Zeit weitgehend zerstört worden war, ist über die präkolumbische Zeit Costa Ricas heute nur wenig bekannt; interessante Einblicke gibt es aber im Nationalmuseum in der Hauptstadt San José. Bevor die Eroberer die spanische Sprache einführten, wurde im gesamten Gebiet Costa Ricas die Sprache der Huetar-Indianer im Valle Central gesprochen. Die rund 20 Stämme setzten sich – wie man heute annimmt – aus dem Häuptling, dem Kaziken sowie Schamanen, Kriegern, Arbeitern und Sklaven zusammen. Die präkolumbischen Stämme bauten neben Mais bereits Kakaopflanzen, Yucca und Süßkartoffeln an.
Das Leben der spanischen Siedler: Kein Gold an der “Reichen Küste”
Kolumbus hatte nach seiner Ankunft in Nähe des heutigen Puerto Limón im Jahr 1502 damit geprahlt, wie reich die Gegend an Gold und anderen Schätzen sei. Obwohl er sich eigentlich den Namen „Veragua” für den Küstenabschnitt ausgedacht hatte, konnte sich schließlich seine Beschreibung einer reichen Küste, der „costa rica” durchsetzen. Später stellte sich heraus, dass der Name irreführend war, da es die von Kolumbus beschriebenen reichen Goldschätze überhaupt nicht gab. In den Jahrhunderten danach wurde das Leben in der Kolonie von der Landwirtschaft bestimmt: Für den Eigenbedarf baute man Mais, Bohnen und Kochbananen an, verkauft wurden Zucker, Kakao und Tabak. Neben indianischen Überfällen und Piratenangriffen wurde das Leben der spanischen Einwanderer auch durch die Naturgewalten erschwert: Sie kämpften mit Überschwemmungen infolge der heftigen Regenfälle und mit Vulkanausbrüchen. Dörfer wurden zerstört und neue Siedlungen aufgebaut.
Das dunkle Kapitel in der Geschichte Costa Ricas: Dezimierung der Ureinwohner
Nachdem Cartago durch den Ausbruch des Vulkan Irazú zerstört worden war, entstand 1737 die Siedlung San José, die Heutige Hauptstadt Costa Ricas. Ende des 18. Jahrhunderts lebten rund 50.000 Menschen in Costa Rica. Die Ureinwohner waren bereits im ersten Jahrhundert nach der Ankunft Kolumbus erheblich dezimiert worden: Von 400.000 waren 100 Jahre später nur noch ca. 20.000 Indianer übrig – insbesondere Krankheiten, welche die Europäer nach Mittelamerika eingeschleppt hatten, rafften die indigene Bevölkerung dahin. Doch mit dem Mangel an europäischen Frauen vermischten sich die in Costa Rica lebenden Ethnien immer mehr, die Bevölkerung wurde “bunter”.
Beginn der Unabhängigkeit unter Juan Mora Fernandez
1821 wurde Costa Rica unabhängig von der spanischen Herrschaft. Die Befreiung führte zum Kampf zwischen den alten Kolonialisten und den neuen Liberalen, welche aus dem folgenden Bürgerkrieg als Sieger empor gingen. Alle Versuche, die mittelamerikanischen Länder nach ihrer Unabhängigkeit zu einigen, scheiterten. Juan Mora Fernandez wurde erster Staatschef des unabhängigen Costa Rica. Kaum waren die inneren Unruhen beigelegt, drohte eine neue Gefahr – diesmal aus dem Norden. Im Zuge ihrer Expansion im 18. Jahrhundert trat die USA unter William Walker einen Eroberungsfeldzug nach Mittelamerika an. Doch in Costa Rica wurden die neuen Eroberer von einer 9000 Mann starken Freiwilligenarmee zurückgedrängt. Die Schlacht wurde zum nationalen Mythos in Costa Rica. Der Trommler Santamaría, der umkam, als er Walkers Verteidigungsstellung in Brand setzte, wurde zum Nationalhelden.


