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Kaffee und Bananen


Beliebtes Mitbringsel: Kaffee Bohnen aus Costa Rica

Heiß gebrüht wird der traditionelle Costa Rica Kaffee entweder als „café negro” oder mit heißer Milch als „café con leche” serviert. So oder so: Die feine Note des Costa Rica Kaffees lernen Urlauber schnell lieben. Zum Glück gibt’s die aromatischen Bohnen an jeder Ecke zu kaufen – egal ob als Mitbringsel für Freunde oder für ein verlängertes Costa Rica Feeling zuhause. Der Besuch einer Kaffee-Plantage ist die ideale Gelegenheit, sich über Anbau und Kaffee-Produktion zu informieren – aber auch, um ein paar Päckchen original Kaffee aus Costa Rica einzukaufen.

Costa Rica entdeckt das wirtschaftliche Potenzial der Bohne

Dank des Kaffee-Anbaus wurde Costa Rica im 19. Jahrhundert seinem Namen gerecht: Die „reiche Küste”, wie Kolumbus das Land irreführend beschrieben hatte, sollte schließlich durch den Kaffeeanbau und Export zum reichsten Land Mittelamerikas werden. Man hatte herausgefunden, dass das Klima und der Boden im Valle Central perfekte Bedingungen für den Anbau von Kaffee boten. Als erstes unter den mittelamerikanischen Ländern entdeckte Costa Rica das wirtschaftliche Potenzial der Bohne. Die Regierung förderte den Anbau indem sie kostenlose Setzlinge verteilte. Kaffee wurde bald zum Exportschlager – man exportierte nach Südamerika und bald auch nach Europa. In den 1840er Jahren fand sich Costa Rica in einem regelrechten Kaffee-Boom wieder. Ende des 19. Jahrhunderts machte der Kaffee-Export 90 Prozent der Gesamtexporte aus, auf einem Drittel der Fläche im Valle Central wurde Kaffee angebaut. Anders als im restlichen Mittelamerika konzentrierte sich die Kaffeeproduktion nicht auf eine Elite, die so genannten „Kaffee-Barone”, sondern bleib in der Hauptverantwortung der landwirtschaftlichen Betriebe.

Bananen aus Costa Rica: ein Zufallsprodukt

Nach den Erfolgen des Kaffee-Exports ließ der nächste Export-Boom nicht lange auf sich warten: Für den Export des Kaffee musste eine Eisenbahnlinie zum Hafen von Limón gebaut werden. Die Regierung beauftragte dazu Minor Keith, den Neffen des amerikanischen Eisenbahnbauers. Um seine Arbeiter während des strapaziösen Baus möglichst preisgünstig zu ernähren, begann Keith mit dem Anbau von Bananen entlang der Strecke. In der Hoffnung, sich damit ein kleines Nebengeschäft aufzubauen, verschiffte Keith bald ein paar Ladungen Bananen nach New Orleans. Die gelbe Frucht fand reißenden Absatz – Keith hatte eine Goldgrube entdeckt.

United Fruit Companiy und die Konkurrenz um Arbeitsplätze

Immer mehr Wälder im Flachland mussten Bananenplantagen weichen. Costa Rica wurde zum größten Bananen-Exporteur der Welt, der Export holte sogar den Kaffee-Export ein. Keith gründete die United Fruit Company, die zum größten Arbeitgeber in ganz Mittelamerika werden sollte. Zehntausende von Wanderarbeitern wurden aus Jamaika ins Land geholt. Für die Ticos waren die afrokaribischen Einwanderer Konkurrenten um die Arbeit auf den Bananenplantagen, was bald zu Konflikten zwischen den Volksgruppen führen sollte, die Costa Rica bis dahin nicht gekannt hatte. Im „Muséo Ethnohistórico de Limón” kann die Geschichte der Einwanderer und der unterschiedlichen Ethnien heute in einer anschaulichen Ausstellung nachverfolgt werden.